Wiblio

Bibliotheken als Digitale Dritte Orte – denn die Energie einer Veranstaltung sollte nicht enden, wenn die Menschen den Raum verlassen.

Das Projekt

Berliner Bibliotheken sind die meistbesuchten Kultureinrichtungen der Stadt. Sie ermöglichen mehr als 30.000 Veranstaltungen pro Jahr, bei denen Menschen zusammenkommen und Ideen entstehen. Doch diese Energie verpufft oft, sobald die Veranstaltung endet. Der weitere Austausch verlagert sich auf kommerzielle Plattformen mit unklarem Datenschutz und ohne Verbindung zur Bibliothek.

Mit Wiblio überbrückt die Zentral- und Landesbibliothek Berlin die Lücke zwischen physischen Begegnungen und der digitalen Welt. Datenschutzkonform, öffentlich verwaltet und auf Open-Source-Software aufgebaut, bietet Wiblio eine digitale Erweiterung der Berliner Bibliotheken als Orte des Austauschs und der Gemeinschaft.

Auftraggeber

Zentral- und Landesbibliothek Berlin

Zur Kundenseite
Screenshot der Forumsansicht auf Wiblio.
Screenshot der mobilen Ansicht eines Community-Dashboards auf Wiblio.

Standorte in Berlin

88

Besucher pro Jahr

8,4 Millionen

Veranstaltungen pro Jahr

+30.000
  • Screenshot der mobilen Ansicht eines Community-Dashboards auf Wiblio.
  • Screenshot der mobilen Ansicht des Onboarding-Flows auf Wiblio.
  • Screenshot der mobilen Ansicht des Chats im Onboarding-Flow auf Wiblio.
Screenshot des Einladungs-Formulars auf Wiblio.

Die Vision

Berliner Bibliotheken brauchen ein digitales Zuhause, das den Werten ihrer physischen Präsenz entspricht: vertrauenswürdig, einfach in der Nutzung und offen für alle. Wiblio ist dieser Raum – eine digitale Erweiterung der Bibliotheken als Orte der Begegnung, des Lernens und des Austauschs, konzipiert als Instrument, die Menschen auch wieder zurück in die physischen Räume zu bringen.

Dafür setzt Wiblio auf Discourse, die weltweit führende Open-Source Forum-Software. Discourse bringt bereits alles mit: Chat, Forum, Kalender, Kontakte, Veranstaltungen und mehr – alles an einem Ort.

Eine kohärente User Experience: Keine fragmentierten Tools, kein Wechsel zwischen Apps!

Als öffentliche Infrastruktur steht die Plattform für digitale Souveränität: strikte Datenschutzvorgaben, keine Werbung, kein Vendor Lock-in – die Stadt hat volle Kontrolle über Daten und Infrastruktur.

Foto eines Plakats mit der Aufschrift "Social Media ohne Elon?"

Die Ziele

Wiblio ist für bereits bestehende Communities gedacht – Gruppen, die sich in der Bibliothek treffen, dieselben Veranstaltungen besuchen und gemeinsame Interessen teilen. Sie sollen ein digitales Zuhause bekommen, das sich wie eine Erweiterung der Bibliothek anfühlt, nicht wie ein Ersatz. Wiblio ist ein Netz kleiner, fokussierten Micro-Communities – kein weiteres weitläufiges soziales Netzwerk.

Die Plattform soll die soziale Wirkung der Berliner Bibliotheken in den digitalen Raum erweitern und einen sicheren Raum für Lernen und Dialog schaffen.

Wiblio soll für alle Nutzergruppen einfach zu bedienen sein, unabhängig ihres technisches Vorwissens. Der Anspruch ist, etwas Robustes und Widerverwendbares zu entwickeln, was auch für andere Bibliotheken und öffentliche Einrichtungen einsetzbar ist - ein Stück digitale Infrastruktur.

Screenshot der Forumsansicht auf Wiblio.

Die Umsetzung

Discourse ist eine leistungsstarke Grundlage – aber im Auslieferungszustand ein Allzweckwerkzeug, das technisch weniger versierte Nutzerinnen und Nutzer schnell überfordern kann. Um es zu einer natürlichen Erweiterung der Berliner Bibliotheken zu machen – kohärent, einladend und zweckorientiert – war etwas Anpassung nötig.

Gemeinsam mit dem Team der ZLB hat bitcrowd ein individuelles Discourse-Theme entwickelt, das die gesamte User Experience der Plattform prägt. Eine visuelle Sprache, die Komplexität reduziert und Benutzerfreundlichkeit in den Vordergrund stellt – damit jedes Community-Mitglied, unabhängig vom technischen Hintergrund, sich direkt zurechtfindet und produktiv Dinge erledigen kann.

Darüber hinaus hat unser Team eine Reihe von individuellen Discourse Plugins entwickelt, um das System an die spezifischen Anforderungen von Wiblio anzupassen. Dazu gehören ein eigener Einladungs- und Onboarding-Flow, eine Navigation speziell für kleine Micro-Communities, Mechanismen zur Trollprävention, individuelle Community-Seiten und mehr.

Screenshot des Beitragsguides auf meta.discourse.org

Die Strategie

Discourse ist eines der größten Open-Source-Projekte im Ruby- und Ember-Ökosystem – eine ausgereifte, komplexe Codebasis mit einer riesigen Oberfläche an Features und Erweiterungspunkten. Das macht es mächtig, bedeutet aber auch, dass jede Änderung oder Ergänzung sorgfältige Planung und gründliche Recherche im Vorfeld erfordert.

Discourse auf die richtige Weise zu erweitern – wenig-invasiv, robust, wartbar und sowohl rückwärts- als auch vorwärtskompatibel – bedeutet nicht nur zu verstehen, was möglich ist, sondern wie die Interna aufgebaut sind und wo die richtigen Nahtstellen liegen.

Dabei hat bitcrowd Verbesserungen direkt an Discourse zurückgegeben und stand in Kontakt mit den Core-Maintainern – um sicherzustellen, dass unsere Arbeit auch der gesamten Discourse-Community zugutekommt.

Haben wir dein Interesse geweckt?

Wenn du Fragen zu den Abläufen hinter diesem Projekt hast oder ein ähnliches Vorhaben planst, lass uns sprechen!